Drei Fragen und Antworten zum CO2-Fussabdruck unserer Lebensmittel

von Sara
Lesedauer: 4 min
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Worauf muss ich besonders achten, wenn ich meinen CO2-Fussabdruck bei der Ernährung verkleinern will? Nachhaltigkeit und Lebensmittel: Ein Thema, mit dem du dich bestimmt auch schon beschäftigt hast. Auch wir von enerjoy erhalten viele Fragen zur nachhaltigen Herkunft oder Nutzung von Speisen. Drei davon beantworten wir hier. 🥛🍖

1. Wie stark beeinflusst die Verpackung den CO2-Fussabdruck der Lebensmittel?

Plastik entsteht aus Erdöl, verrottet nicht und verschmutzt die Weltmeere. Trotzdem sind auch andere Materialien wie Glas oder Aluminium nicht unbedenklich. Im Gegensatz zu PET brauchen Dosen und Gläser mehr Energie bei der Herstellung und Wiederverwertung. Glas hat einen Schmelzpunkt von 1580° Grad Celsius, während eine PET-Flasche bei einem Sechstel der Energie schmilzt. Glas und Dosen verursachen durch  das höhere Gewicht zudem mehr CO2 beim Transport. Karton ist das idealste Material. Beschichtete Kartonpackungen wie Tetrapack oder Tiefkühlverpackungen gehören wegen der Innenbeschichtung jedoch nicht in die Kartonentsorgung. Sie können an der Kasse im Supermarkt abgegeben werden. 

Wenn du dir das Recycling einfacher machen willst, ist Mr. Green eine gute Lösung. Mit dem Greenbag kannst du neben beschichteten Kartonpackungen auch Elektroschrott, Kaffeekapseln und viele weitere Materialien bequem entsorgen: Einfach den gefüllten Greenbag vor die Tür stellen und ihn abholen lassen.

Das richtige Entsorgen von Lebensmittelverpackungen hilft der Umwelt und vermindert den CO2-Fussabdruck. Jedoch sind es die inneren Werte, die zählen.

2. Wie viel besser ist Pflanzenmilch im Vergleich zur Kuhmilch?

Die Herstellung eines Liters Kuhmilch erzeugt etwa soviel Kohlendioxid wie die Verbrennung eines Liters Benzin.
Zu welcher Alternative solltest du allerdings greifen: Soja, Mandeln oder Hafer? Hier die Meinung von uns: 
🌱 Soja wird in Europa angebaut – aber nicht nur! Du solltest Soja aus Brasilien vermeiden, da der Anbau den Regenwald verdrängt und der Transportweg weit und CO2-lastig ist. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass das im Regenwald angebaute Soja grösstenteils als Viehfutter verwendet wird. Die Schweiz importiert pro Jahr über eine Million Tonnen Futtermittel. 300’000 Tonnen davon sind Soja, fast ausschliesslich aus Brasilien. Auf der Webseite von Swissveg findest du weitere spannende Infos dazu.
🌳 Mandelmilch ist eine nachhaltigere Alternative. Der Nachteil: Obwohl Mandelbäume nicht viel Energie benötigen, brauchen sie viel Wasser zum Wachsen. Zudem solltest du keine Mandeln aus kalifornischen Monokulturen kaufen, da sie die lokale Flora und Fauna unterdrücken.

🌾 Hafermilch steht an der Spitze der Rangliste. Obwohl der CO2-Ausstoss etwas höher ist als bei Soja, schneidet Hafer am besten ab: Er braucht wenig Energie, wenig Wasser und wird lokal produziert. Für die Auswahl Deiner Hafermilch findest du in in Migros oder Coop Filialen viele Marken wie beleaf, alpro oder Oatly. Beleaf verwendet ausschliesslich Schweizer Hafer und Wasser und verzichtet auf weitere Zusatzstoffe. Alpro bietet unter anderem eine Hafermilch ohne Zucker an. Und Liebhaber*innen von Cappuccino und Latte macchiato können die Oatly Barista Edition schäumen. 

👉 Nicht nur die Milch ist ersetzbar. Wusstest du, dass ein Cupcake mit Butter elfmal mehr CO2 verursacht als einer mit Margarine? Dies liegt primär an der energieintensiveren Herstellung des Milchprodukts. Bei gewissen Gerichten lohnt es sich, Butter durch Margarine zu ersetzen. Etwa beim Backen ist der Wechsel empfehlenswert und geschmacklich kaum bemerkbar. 

Weitere Tipps wie Du deine CO2-Pölsterchen gekonnt zum Purzeln bringst, zeigen wir Dir mit dem  CO2-Footprint Coach auf deiner enerjoy App. 📲

3. Tofu, Erbsen und Weizen: Wie nachhaltig sind fleischlose Produkte?

Eine Studie des ESU-Services verglich Planted, Beyond, Délicorn und Vivera mit ihren fleischhaltigen Äquivalenten. Hier die Resultate über die Umweltbelastung pro Kilogram der untersuchten Produkte:

  • Ein grosser Unterschied zeigt sich zwischen Planted Chicken und Poulet: das Ersatzprodukt aus Erbsenprotein macht nur einen Fünftel der Umweltbelastung des Hühnchens aus.
  • Bei der Gegenüberstellung zu Mehlwürmern gewinnt auch der Tofu um ein Vielfaches – ausschlaggebend ist die Energie, die es zum Trocknen der Insekten braucht.
  • Auch die Vivera Vissticks aus Weizen und der Beyond Burger aus Erbsen belasten die Umwelt nur etwa halb so fest wie die ursprünglichen Fischstäbchen und Hamburger.

Generell gilt: Greift man im Supermarkt zur Ersatzvariante und nicht zum Fleischprodukt, ist man umwelttechnisch besser bedient. Dies liegt primär am Umweg über das Tier bzw. der enorme Futtermittelverbrauch und die benötigte Agrarflächen. Dies führt zu einer deutlich schlechteren Ökobilanz. Achte dich beim Einkauf auf das V-Label, welches vegetarische und vegane Produkt zertifiziert und diese einfach erkennbar macht. Weitere Infos zu diesem Label findest du auf der Webseite von Swissveg.

Für Fleischliebhaber*innen zählt die Herkunft. Das “Bio”-Label ist beispielsweise nicht unbedingt ein Anzeichen für Nachhaltigkeit. Beim Produkt gelten die Standards des Herkunftslandes, welche sich teilweise stark von Schweizerischen Bedingungen unterscheiden. Kaufst du die Produkte jedoch von Bio-Suisse, bestehen sie aus mindestens 90 Prozent lokalen Zutaten. Die restlichen 10 Prozent gelangten zudem nicht mit dem Flugzeug in die Schweiz. Dieselben Vorgaben zählen für das Label “naturaplan”. Wie du dich auch an Grossanlässen fleischlos ernähren und dazu noch CO2 einsparen kannst, findest du in unserem Blogartikel über den klimaschonenden Festivalbesuch

Hast du Fragen zur Nachhaltigkeit von Lebensmitteln, auf die du noch keine Antwort gefunden hast? Dann kommentiere jetzt auf unseren Social Media Channels und tausche dich mit anderen aus! 💬