Der Klimawandel ist längst in der Schweiz angekommen – nicht als abstraktes Zukunftsszenario, sondern als reale Herausforderung. Die Klima-Risikoanalyse 2025 des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zeigt deutlich: Die Schweiz steht vor weitreichenden klimatischen Veränderungen, die unsere Gesundheit, Infrastruktur, Natur und Wirtschaft beeinflussen.
Doch während viele mit heissen, trockenen Sommern rechnen, erleben wir entgegen der aktuellen Hitzeperiode dieses Jahr das Gegenteil: kühl, nass und häufig von Starkregen geprägt. Ein Zeichen der Entwarnung? Ganz im Gegenteil.
Die grössten Klimarisiken für die Schweiz
Die umfassende Studie des BAFU identifiziert insgesamt 34 Klimarisiken für die Schweiz bis 2060. Besonders ins Gewicht fallen dabei fünf Hauptbereiche:
- Hitze und Hitzewellen: Diese nehmen in Häufigkeit und Intensität zu und gefährden vor allem die Gesundheit von älteren Menschen und Kleinkindern. Während man im Jahr 2003 mit 57 Hitzetagen noch von einem Jahrhundertsommer redete, gehören solche Werte mittlerweile zum Standard (2024 waren es 59 Hitzetage, 2022 sogar 63).
- Trockenheit und Wassermangel: Besonders in der Landwirtschaft und bei der Trinkwasserversorgung kann dies zu Problemen führen.
- Starkniederschläge und Überschwemmungen: Mit teils verheerenden Folgen für Städte, Dörfer und Infrastruktur.
- Naturgefahren: Mehr Murgänge, Rutschungen und Steinschläge infolge instabiler Böden.
- Schäden an Biodiversität und Ökosystemen: Die Natur leidet zunehmend unter veränderten Lebensbedingungen.
Diese Risiken betreffen die ganze Schweiz – von den Bergen bis ins Mittelland, von Städten bis in ländliche Regionen.

Sommer 2025: Klimawandel trotz zahlreichen Regentagen
Wer in diesem Sommer fröstelnd im Regen stand, stellt sich vielleicht die Frage: „Was ist eigentlich mit der Klimaerwärmung passiert?“ Tatsächlich fühlt sich dieser Sommer alles andere als tropisch an. Doch genau hier zeigt sich die Komplexität des Klimawandels.
Ein kühler Sommer bedeutet nicht, dass sich das Klima nicht erwärmt. Vielmehr verändern sich die Muster der Niederschläge und Temperaturverläufe. Während die Durchschnittstemperaturen langfristig steigen, können einzelne Jahre durchaus kühler ausfallen – oft begleitet von vermehrter Verdunstung, mehr Wasserdampf in der Atmosphäre und damit häufigeren Starkregenereignissen.Kurz gesagt: Mehr Hitze irgendwo führt zu mehr Wasser überall – und dieses Wasser fällt bei uns oft plötzlich und intensiv vom Himmel.
Starkregen als neue Realität – mit teils dramatischen Auswirkungen
Starkregen ist kein neues Phänomen, doch seine Häufigkeit und Intensität haben zugenommen. Laut der Risikoanalyse des BAFU sind bereits heute viele Schweizer Gemeinden betroffen – besonders jene mit versiegelten Flächen und unzureichender Entwässerung. Dadurch kann es schnell zu überfluteten Keller und Strassen kommen und so zu Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Zusätzlich vermehren sich Erdrutsche durch Bodeninstabilität und die Staunässe beeinflusst die Erfolge in der Landwirtschaft.

Fazit: Auch Regen ist eine Folge der Erderwärmung
Die Klima-Risikoanalyse des BAFU macht deutlich, dass wir uns nicht nur auf Hitze vorbereiten müssen – auch Starkregen, Überschwemmungen und andere wetterbedingte Naturgefahren nehmen zu. Der teilweise kühle Sommer 2025 mag auf den ersten Blick harmlos wirken, doch er ist kein Widerspruch zur Klimaerwärmung, sondern eines ihrer Gesichter.
Jede und jeder von uns kann einen Beitrag leisten, um diesem Wandel entgegenzuwirken. Mit kleinen Anpassungen im Alltag, gezielter Vorsorge und gemeinsamer Motivation – etwa als Privatperson mit dem enerjoy CO2-Fussabdruckrechner oder als Firma mit unseren Mitarbeitenden-Engagements.
Quellen:
https://www.bafu.admin.ch
https://www.republik.ch/
https://www.srf.ch/


